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Die Rachelbrücke

Die „Rachelbrücke“ wurde bei Clausnitz im 17. Jahrhundert gleichzeitig mit der „Neugrabenflöße“ erbaut.

Clausnitz war im 12. Jahrhundert als typisches Waldhufendorf entstanden. Seine Bewohner lebten von der Land– und Holzwirtschaft.

Über die Brücke führte einst die Alte Straße von Sayda nach Rechenberg. Sie diente auch als Übergang zur Bewirtschaftung der Felder, zum Schafstrieb und der Floßarbeit.

Die Brücke, die eine Höhe von 4 und eine Breite von 4,5 Metern hat, wurde 1993 rekonstruiert. Der südöstliche Teil des Grabens wurde bereits früher verfüllt und ist deshalb im Gelände nicht mehr erkennbar. Ein kleines Rinnsal fließt heute durch das Tal.

Die Neugrabenflöße

Flößerei und Trift (von „treiben lassen“) bedeuten Transport von Baumstämmen, von Scheit- oder Schnittholz auf Wasserstraßen, wie er bis etwa zum Beginn, gelegentlich auch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts üblich war. Dabei wird zwischen zwei Arten unterschieden: Ist das Holz zusammengebunden, spricht man vom Flößen, wenn nicht, vom Triften.

Bei der Trift wurde das Holz einfach an einer Stelle in den Flusslauf geworfen und an anderer wieder an Land gebracht. In den meisten Fällen handelte es dabei um die Brennholzflößerei,  Wert-holz wurde vorrangig gebun-den transportiert.

Besondere Anwendung fand die Trift im Frühjahr und im Herbst, da die Flüsse zu dieser Zeit mehr Wasser führten. Es wurden zur Trift auch eigens Gräben angelegt. Einer von ihnen ist die „Neugrabenflöße“, über die vom Dorf Fleyh aus Holz zu den Hammerwerken und Bergbaugruben Sachsens transportiert wurde.

In den Bächen im Erzgebirge herrschte oft eine so geringe Wasserführung, dass der Transport ungeteilter Baum-stämme unmöglich war. Um eine ausreichende Wasserfüh-rung sicherzustellen, war häufig sogar erforderlich, Was-serspeicher in Form von Stau-seen oder -teichen anzulegen.  In ihnen wurde das Holz gesammelt und meist beim Einsetzen der Schneeschmelze  auf den Weg den Wasserlauf hinunter gebracht. Eine zeitliche Abstimmung war hierbei notwendig, denn während der Trift konnte das Wasser nicht zum Betrieb der am Bach gelegenen Mühlen, Säge- und Hammerwerke, Poch– und Drehwerke genutzt werden. Um zu verhindern, dass das treibende Holz Schäden an den Anlagen verursachte, mussten die Wasserversorungskanäle vor-übergehend abgesperrt wer-den.

Wegen der genannten Probleme war das Flößen im Erzgebirge, bis auf wenige Ausnahmen, keine ganzjährige Beschäftigung. Sondern es fand in den wenigen wasser-reicheren Wochen des Frühjahrs und Herbstes statt. Um hierbei einen reibungs-losen Ablauf zu sichern, wurden Holzfäller, Waldar-beiter, Köhler und andere Dorfeinwohner zur Arbeit mit heran gezogen.


Die Neugrabenflöße ist ein Flusskanal von der Flöha bei Fleyh (Fláje) bis zur Freiberger Mulde bei Clausnitz in Sachsen Der 18 km lange Kanal wurde im 17. Jahrhundert, auf Veran-lassung der Herren von Lobko-wicz in Böhmen und von Schönberg in Sachsen erbaut. Er diente etwa 250 Jahre lang der Beförderung von Rohholz vom damaligen Fleyh (jetzt Fláje) in das Freiberger Berg-baurevier. Mit der Errichtung der Eisenbahnverbindung von Freiberg nach Bienenmühle wurde die Flößerei auf dem Graben eingestellt. In den 1940er Jahren wurde der Kanal noch zur Wasserver-sorgung der Papierfabrik in Georgendorf (heute: Ceský Jiretín) genutzt. Nach der Schließung dieser Fabrik geriet auch der Kanal in Verges-senheit. In Clausnitz endete die „Neugrabenflöße“ indem sie in die „Rachel“, einen Nebenfluss der Freiberger Mulde mündete.